Von einem Freund, der mit Fahrrädern handelt, habe ich einen defekten Akku mit 36V 9Ah für E-Fahrräder bekommen.

Er ließ sich nicht mehr in Betrieb nehmen und war deshalb für die Entsorgung vorgesehen.
Nachdem ich ja schon einen 24V Akku repariert hatte, vermutete ich hier den gleichen Fehler.

Nach dem Öffnen des Akkus war die Überraschung groß.
 Akku 36V Li-Ion RundzellenEs waren keine Flachzellen, sondern jede Menge Li-Ion Rundzellen verbaut.

 

Der Akku war wie folgt aufgebaut:
40 Stück Li-Ion Zellen Panasonic CGR18650CG mit 3,6V 2,2Ah (10S4P geschaltet)
1 BMS Schutzboard mit Balancing Funktion
1 Elektronik für Schalter, Ladeanzeige und Rücklicht (LED)
Das Ganze in ein Gehäuse mit Steckkontakt zum Schnellwechsel eingebaut.

 

BMS Elektronik E-FahradDie Schutzelektronik hat abgeschaltet, da einige Zellen tief entladen waren.
 

Mein Ladegerät kann zum Glück 10 serielle Zellen laden und balancieren.

Damit habe ich die Zellen wieder erfolgreich auf ein gleichmäßiges Niveau gebracht.
Es hat zwar mehrere Stunden gedauert, aber dann waren alle Zellen balanciert und voll.
Anschließende Entladungen und Ladungen zeigten sehr gute Ergebnisse, auch die Kennlinien der einzelnen Zellen waren völlig in Ordnung.
 

CGR18650CG Panasonic

Nachdem der Akku mehr als 8000mAh lieferte, war er eigentlich neuwertig.yes
Wahrscheinlich wurde der Akku im entladenen Zustand gelagert und so wurden einige Zellen tief entladen.
Die Schutzelektronik verhinderte zurecht das Laden. Ein unkontrolliertes Laden könnte bei der defekten Zelle zum Brand führen.

 

Wären einige der Zellen defekt gewesen, hätte ich das Pack zerlegt und die Zellen durch neue ersetzt.
Mit meinem Akku Punktschweißgerät wäre das kein Problem. Die Panasonic Zellen, die auch in Notebooks verwendet werden, sind ja leicht erhältlich.

Die Reparatur eines solchen E-Fahrrad-Akkus ist sicher sinnvoll, wenn einzelne Zellen defekt sind.
Es ist zwar aufwändig, die defekten Zellen aus dem Verbund zu trennen, aber machbar.
In diesem Fall war es noch einfacher!smiley